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Erzbischöfliche Göttliche Liturgie am Gedächtnistag des Heiligen Paisios in Sankt Andrä am Zicksee
Am 6. Sonntag nach Matthäus, dem 12. Juli 2026, stand Seine Eminenz, Metropolit Arsenios von Austria, der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie in unserem Kloster zum Gedächtnis unseres Schutzheiligen Paisios aus dem Berg Athos vor. Mit Seiner Eminenz konzelebrierten die Priestermönche Iakovos Giannopoulos und Andreas Bola sowie der Erzdiakon der Metropolis von Austria, Georgios Meleshko. Nach der Göttlichen Liturgie waren die Pilger zur klösterlichen Mahlzeit eingeladen, die von den Vätern des Klosters bereitet worden war. Zahlreiche Gläubige waren gekommen, um das Klosterfest mitzufeiern, und nahmen andächtig an der Göttlichen Liturgie teil.
Ausgehend von der Heilung des Gelähmten, von der das Evangelium des Tages berichtet, erläuterte Seine Eminenz, dass der Gelähmte vor dem Gottmenschen Christus steht, in dessen Person die göttliche und die menschliche Natur „unvermischt, unverwandelt, ungetrennt und unteilbar“ gemäß der Lehre des IV. Ökumenischen Konzils von Chalkedon vereint sind. Er betonte, dass Christus nicht als Arzt eingreift, um zunächst die körperliche Krankheit des Gelähmten zu heilen, sondern ihm zuerst die Sünden vergibt. In Übereinstimmung mit der Lehre der heiligen Väter erklärte der Metropolit, dass die Sünde vor allem einen Bruch der Gemeinschaft des menschlichen Seins mit Gott darstellt und nicht lediglich als moralische Verfehlung zu verstehen ist. Der Mensch wurde von Anfang an dazu erschaffen, in Gemeinschaft mit seinem Schöpfer zu leben; das Streben nach Autonomie jedoch führt ihn in die Gefangenschaft der Eigenbezogenheit und trennt ihn von der Teilhabe am ungeschaffenen Leben Gottes. In diesem Zusammenhang führte Seine Eminenz weiter aus, dass die körperliche Lähmung ein Bild der tieferen Lähmung des gefallenen Menschen sei, der aus eigener Kraft unfähig ist, sich Gott zuzuwenden. Christus schenkt ihm daher nicht bloß eine äußere Verbesserung seiner Lebensumstände, sondern die Wiederherstellung der menschlichen Person. Durch die Vergebung der Sünden wird die Gemeinschaft des Menschen mit Gott erneuert, und der Mensch wird durch die göttliche Gnade zum Teilhaber der ungeschaffenen göttlichen Energien. In diesem Sinne offenbart die Evangelienlesung das Ziel der göttlichen Heilsökonomie: dass der sterbliche Mensch die Verwandlung erfährt, die geschieht, wenn er am ungeschaffenen Leben des dreieinigen Gottes Anteil erhält. Ebenso suchte der heilige Paisios nicht die Wunder um ihrer selbst willen, sondern machte sich gleichsam zu einem durchsichtigen Gefäß der Gnade Gottes, sodass diese sowohl in seiner Gabe der geistlichen Schau als auch in den zahlreichen Wundern offenbar wurde, von denen die Gläubigen Zeugnis geben. Der Metropolit hob hervor, auf welchem Weg der Heilige zu dieser geistlichen Vollendung gelangte: Er legte jede Form der Eigenliebe ab, um ein Gefäß der göttlichen Gnade zu werden; er lebte die Demut nicht bloß als Tugend, sondern als Weise des Daseins und folgte darin dem Vorbild unseres Herrn Jesus Christus. In diesem Zusammenhang sprach Seine Eminenz erneut über die Kenosis als den Weg in das Leben in Christus. Nicht mehr das eigene Ich steht im Mittelpunkt, sondern der göttliche Wille, sodass der Mensch fähig wird, die göttliche Gnade zu empfangen. Als Hilfe und Spenderin dieser Gnade bietet die Kirche die heiligen Mysterien dar, durch die der Gläubige Heilung und Wiedergeburt empfängt. Wie die heilige Überlieferung der Väter bezeugt, ist die Kirche das Heilhaus der Seelen, in dem der erneuerte Mensch bereits in diesem Leben einen Vorgeschmack auf das Reich Gottes erhält.
Nach dem Ende der Göttlichen Liturgie wurde allen Pilgern eine klösterliche Mahlzeit gereicht. Diese bot Gelegenheit zu brüderlicher Begegnung, geistlichem Austausch zwischen den Gläubigen, den Vätern des Klosters und Seiner Eminenz sowie zur gemeinsamen Freude aller Anwesenden.